Homöopathie-Kritik als „Ruhestands-Hobby“?

Dr. Aust, die wissenschaftliche Autorität der Skeptiker bzw. Szientisten zu Gast in der VHS München

Wie immer in seinen Vorträgen legt er mit unleugbar großer Homöopathie-Kenntnis die Finger in die schwärenden homöopathischen Wunden:

  • er weist auf die völlig subjektiv erstellten Arzneimittelprüfungen ohne verlässliche Aussagekraft hin
  • er kann zeigen, dass gänzlich unseriöse, ungeprüfte homöopathische Mittel angeboten werden
  • er demonstriert die bunte „Vielfalt“ an fantasierenden homöopathischen Schulen an und prangert damit die uneinheitliche Lehre an
  • er kritisiert die fehlende Abgrenzung zu unseriös-vollmundigen, apodiktischen Behauptungen bzgl. homöopathisch therapierbarer Krankheiten und die Gefahren der Heilsversprechen

Aber er macht auch Falschaussagen, unzulässige Schlüsse und suggestive Behauptungen/Unterstellungen

  • Es gebe keinerlei hochwertige Studien, Untersuchungen von NHMRC etc. hätten eindeutig die fehlende Wirkung der Homöopathie über Placebo-Niveau bewiesen: Hier unterschlägt er geflissentlich die offensichtlichen Manipulationsversuche des 2015-NHMRC-Berichts von (für die Homöopathie positiven) Metaanalysen und die unübersehbaren Daten-Manipulationen etlicher Studien wie z.B. der Shang-Metaanalyse etc.
  • angesprochen auf die in seinem Blog gemachte Aussage: „Außerdem sollten Sie meine Äußerungen und die des INH noch einmal genauer lesen: Unsere Aussage ist, dass es keine belastbare / zuverlässige / überzeugende Evidenz für eine Wirksamkeit über Placebo hinaus gibt. Also nicht „keine“ sondern „keine aussagekräftige“, was in der absoluten Anzahl ja einen Unterschied macht. So wie „kein Bier“ etwas anderes ist als „kein gutes Bier“, antwortet er ausweichend mit dem Vergleich einer wackeligen Brücke, implizierend, dass man diese ungern überquere.[ohne die Aussage zurückzunehmen!]
  • es gebe keine wissenschaftlich stichhaltige Erklärung für die Informationsübertragung der homöopathischen Mittel. Er vermeidet aber tunlichst die redliche Einschränkung „beim derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis“ und beschränkt den möglichen Wirkmechanismus noch immer perseverierend auf die Materie-Modelle mit völligem Neglect von nichtmaterie-gebundenen Modellen. So offenbart er sein immer noch eingeschränktes Wissenschaftsverständnis [auf einen Zwischenruf eines Zuhörers, Übertragung von Emotionen basiere doch auch nicht auf Materie-Übertragung, fehlt ihm ein stichhaltiges Gegenargument].
  • Gefährdung der Patienten durch unsachgemäße Anwendung der Homöopathie und Unterlassung von lebensrettenden Maßnahmen: Hier werden Einzelfälle von [wenn man annimmt, dass die Darstellung der Umstände vollständig und objektiv ist] durchaus justiziablem Fehlverhalten eines Therapeuten aufgeführt. Dabei wird von ihm suggeriert, dass dies typisch für das homöopathische Setting sei. Völlig unterschlagen wird von ihm, dass die Todesrate durch allopathische Therapie und Medikation und (z.T. völlig unnötige) Eingriffe um ein vielfaches höher ist als in der komplementären Medizin.
  • In seinem Vortrag versäumt es Herr Aust indessen, sich klar von Aussagen seines INH-gwup-Kollegen Endruscheit zu distanzieren, der es auf der Psiram-Webside in unverhohlen inquisitorischer Weise ausspricht:„.. Aber was im Sinne eurer Ausführungen nötig wäre, das ist das Zerschlagen der öffentlichen, der sozialen Reputation der Homöopathie. …“. Insofern muß man Dr. Aust bei aller freundlichen Attitüde das gleiche Denken unterstellen, welches bereits durch die Streichungen der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ für Ärzte, die demagogischen Äußerungen bei Twitter und die an einseitiger Polemik nicht mehr zu übertreffenden sog. Fernseh-Dokus [eigentlich INH-gwup-Werbeclips] durchaus schon inquisitorische Züge angenommen hat.
  • [Dr. Aust antwortet in seinem Blog Beweisaufnahme-homöopathie:

„Herr Hümmer berichtet über meinen Vortrag in München unter einer Überschrift, die mit „Inquisition….“ beginnt. Es ist anzunehmen, dass dies mit einer Absicht erfolgt, mich, meine Arbeit und das INH zu diskreditieren. „Inquisition“ ist die mit grausamen Methoden durchgeführte Suche und Bekehrung bzw. Vernichtung von Menschen, die nicht in hinreichendem Maße darlegen konnten, dass sie keine Ketzer oder gar Hexen waren. Kein Aspekt meiner Tätigkeit oder der Arbeit des INH kommt auch nur in die Nähe der Inquisition, ein Umstand, den Herr Hümmer bei meinem Vortrag hätte ohne Weiteres erkennen können.

Es ist also davon auszugehen, dass hier mit Absicht ein negatives Framing erzeugt werden soll, was jenseits jedweder Sachdiskussion liegt. Es ist bedauerlich, dass Herr Hümmer ganz offensichtlich auf das unterirdische Niveau eines Herrn Becker abgerutscht ist. Ich sehe hier wie dort keine Basis für einen Dialog. Ich betrachte daher den Austausch mit Herrn Hümmer als beendet“.]

[Anmerkung: Der Ausdruck „Inquisition“ wurde zur Deeskaltation bewußt aus der Überschrift entfernt, die „inquisitorischen Züge“ und deren Folgen für die Homöopathen und die Homöopathie sind dem gesamten Verhalten der Szientisten jedoch eminent (s.o. Aussagen von Herrn Endruscheit) und bewegen sich erschreckend realistisch in richtung der von Dr. Aust oben gemachten Inquisitions-Definition]

Zum Ende des Vortrag wird für den homöopathisch tätigen Arzt eine Erkenntnis ganz deutlich:

Es sind die immer gleichen, zum kleinen Teil berechtigten, in der Mehrzahl aber polemisch angehauchten und teilweise auch definitiv falschen Aussagen zur Homöopathie, die einerseits für die Homöopathie eine Aufforderung darstellen, sich klarer zu positionieren und abzugrenzen, die andererseits in ihren Suggestiv-Unterstellung schwer zu demaskieren sind und die schon vielfach widerlegt wurden. Eine weitere Diskussion letztgenannter Streitpunkte macht also keinen Sinn mehr.

Da die wissenschaftlichen Argumente schon erschöpfend ausgetauscht wurden, also eine paar ganz andere, offene und sich aufdrängende Fragen an den Vortragenden im Anschluß an den Vortrag:

  • Warum er seit Jahrzehnten das missionarische Aufklären und Eifern gegen die vermeintliche Placebo-Quacksalberei betreibe, die niemandem schadet und [das zumindest ist unwidersprochen!] als „Superplacebo“ in unserem Gesundheitswesen u.a. mit einem riesigem Einsparpotential von Antibiotika jetzt schon und zukünftig noch weiter an Bedeutung gewinnen könnte,
  • Warum er sich nicht ein Beispiel an Prof. Götsche nehme, der die wirklichen Kostentreiber im Gesundheitswesen auf´s Korn nehme oder die äußerst mangelhafte Evidenz und die Risiken der Antidepressiva [Beweislage in Studien schlechter als die der Homöopathie] aufdecke
  • Ob er sich wirklich über die Folgen seiner Missionarstätigkeit für unser ohnehin schon am Abgrund stehendes Gesundheitswesen im klaren sei
  • Ob es also – ohne Rücksicht auf die Folgen – nur ums „Recht-Haben“ oder die Bestätigung der „ge-recht-fertigten“ Enttäuschung gehe
  • [Die Frage an Frau Grams, so sie anwesend gewesen wäre, hätte noch lauten können: Welche (pseudo)-humanistischen „Wissenschafts-Glaubensfragen“ und „narzistischen Kränkungen“ treiben Sie zur quasi inquisitatorischen Verfolgung der Homöopathie?]

Durch diese unerwarteten Fragen abseits der seelenlosen Wissenschaftsgläubigkeit schien Dr. Aust sichtlich irritiert.

Eine seiner Antworten auf die Sinnhaftigkeit seiner („Gegen“)-Aktivitäten lautete: „Ruhestands-Hobby“ und konnte damit verständlicherweise nicht wirklich überzeugen.

Und noch eines wurde und wird für mich immer klarer im Homöopathie-Diskurs:

  • Bei allen wissenschaftlichen Unklarheiten und Auseinandersetzungen ist und bleibt es vor allem der konkret erfahrbare und zutiefst menschliche Wert der homöopathischen Therapie (für das gesamte Gesundheitswesen), der zählt:
  • in über 34 Jahren homöopathischer Praxis-(Realität) sind es zehntausende Patienten, die ohne die Gefahr, irgendeine erforderliche Therapie der konventionellen Medizin zu unterlassen oder zu versäumen, gesunden durften
  • viele, viele auch äußerst kritische und (auch medizin-wissenschaftlich-forschende) gebildete Patienten haben die segensreichen Wirkungen weit jenseits eines irgendwie möglichen Placebo-Effektes am eigenen Leib erfahren dürfen
  • der in der homöopathischen Anamnese wichtige psychische Aspekt hat die Patienten immer auch in ihrer tiefen innerlichen Befindlichkeit wahrgenommen und abgeholt und sie äußerst dankbar spüren lassen, dass sie sich als ganzes und auf Dauer aufgehoben fühlen dürfen. Damit wurde und wird der bekanntermaßen in ca. 80% der Fälle zugrundeliegenden psychosomatischen Grundursache von Erkrankungen direkt Rechnung getragen
  • die riesige Masse an eingesparten Medikamenten und unnötigen Operationen, die durch die engmaschige und vertrauensvolle Begleitung ohne Gefährdung der Patienten möglich war, hat eine auch volkswirtschaftlich nicht unerhebliche Dimension.
  • Die durch das homöopathische Setting gegebene Vertrautheit ist für die Patienten gesundheitsfördernd und für den Homöopathen eine sehr freudige, tiefe und bestätigende Begegnung
  • viele Patienten, die gegenüber der sog. Schulmedizin kritisch und (auch durch traumatische Erfahrungen) misstrauisch geworden waren, konnten „abgeholt“ und mit den durchaus auch segensreichen Fähigkeiten der konventionellen Medizin wieder vertraut gemacht werden.
  • Und die unzähligen Patienten, die hilfesuchend zum Homöopathen kamen, weil ihnen die sog. wissenschaftliche Medizin nicht weiter helfen konnte oder mit ihren Symptomen nichts anfangen konnte, denen in vielen Fällen „überraschend“ doch geholfen werden konnte, die zählen nichts?

Homöopathie kann PatientIn und TherpeutIn glücklich machen

Ein Kommentar zu “Homöopathie-Kritik als „Ruhestands-Hobby“?

  1. Als Mutter von 6 Kindern, von denen 4 an starkem Pseudo Krupp litten, verdanke ich der Homöopathie nicht nur Hilfe, sondern auch Heilung (unter anderen Mitteln vor allen spongia). Ich habe auch noch andere Erfahrungswerte…

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